Methodik

Vom Kursdatenpunkt zur Hypothese: Wie wir KI-Aussagen in Berlin einordnen

Ein Kursdatenpunkt ist eine Beobachtung. Eine KI-Aussage darüber ist eine Hypothese. Wir trennen beides.

26. Januar 2026 · Redaktion API Gateway Kapitalwissen

Ein Datenpunkt ist kein Satz

Ein Kursdatenpunkt ist eine Beobachtung: ein Preis, ein Zeitpunkt, ein Ort. Aus vielen Beobachtungen entsteht eine Reihe. Aus der Reihe entsteht eine Aussage. Die Aussage ist nicht mehr die Beobachtung — sie ist eine Hypothese über die Beobachtung.

Wenn ein KI-Modell aus Kursdaten eine Aussage über eine Trendwende ableitet, dann ist diese Trendwende eine Hypothese. Sie kann stimmen oder nicht. Die Beobachtung, dass der Preis gestiegen ist, bleibt davon unberührt. Wer beides verwechselt, liest eine Hypothese als Fakt.

Wie wir in Berlin einordnen

Wir folgen einer festen Reihenfolge. Zuerst benennen wir die Beobachtung: Welche Preise, aus welcher Quelle, an welchem Tag? Danach beschreiben wir die Hypothese: Was leitet das Modell daraus ab? Erst dann schreiben wir unsere Einordnung: Ist die Hypothese tragfähig, fehlen Quellen, gibt es eine meldepflichtige Alternative?

Diese Reihenfolge klingt pedantisch. Sie ist es auch. Aber sie schützt davor, eine Modellwerbung in unsere Sätze zu übernehmen.

Was wir nicht tun

Wir übernehmen keine KI-Aussage, die ohne Quellenangabe arbeitet. Wir übernehmen keine Aussage, die eine Hypothese als Fakt darstellt. Und wir übernehmen keine Aussage, die eine Anlageentscheidung vorbereitet — denn das ist Anlageberatung, und die machen wir nicht.

Was wir tun

Wir liefern Lesestoff. Wer sein Geld anlegen will, geht in eine zugelassene Beratung. Wir lesen den Markt, damit Leserinnen die Quelle lesen können — nicht andersherum.